Zur Veranstaltung mit Kerem Schamberger & Michael Meyen in Hamburg

Am 9. November 2017 positionierte sich das Studierendenparlament der Universität Hamburg mit großer Mehrheit gegen jede Form der Hetze und Intoleranz und gegen jede Ausprägung des gegenwärtigen Antisemitismus, „ganz gleich ob er im Mantel legitimer Menschrechtsarbeit daher kommt, von sich als Links [B]ezeichnenden […] oder in jeder anderen Form“. Es beschloss auch Befürworter*innen von Israel-Boykotten, namentlich „‚BDS‘ und ‚BDS‘-nahe[n] Gruppen keine Veranstaltungsräume für ihre antisemitische Hetze zur Verfügung“ zu stellen.(1)
Am 11. Januar 2019 soll in der Universität eine Buchvorstellung zur politischen Situation von Kurdinnen und Kurden stattfinden, organisiert durch den Fsr Sozialökonomie und das Referat für internationale Studierende – AStA Uni Hamburg (fb.com/risunihamburg). Referenten sind Kerem Schamberger und Prof. Michael Meyen.(2)

Kerem Schamberger hat in der Vergangenheit mehrfach offensiv Sympathien für die Israel-Boykottkampagne „BDS“ bekundet und bezeichnete in diesem Zusammenhang Israel 2017 als „Apartheidssystem“. Eine angebliche Verbindung zwischen diesem öffentlichen Engagement und dem Thema der Hamburger Veranstaltung, der Situation von Kurdinnen und Kurden, bebilderte er mit einer Karikatur des für seine oftmals mehr als tendenziell antisemitischen Zeichnungen notorischen Carlos Latuff. (3)

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Prof. Michael Meyen war 2018 zu Gast bei „ken fm“, der Plattform des 2011 aufgrund antisemitischer Äußerungen vom rbb entlassenen Ken Jebsen und hat zuletzt im November in München eine Veranstaltung durchgeführt über die u.a. der Bayrische Rundfunk ausführlich berichtete. Konzeption, Inhalt und Ablauf der Veranstaltung, unter dem Titel „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“, wurden von jüdischen und anderen Gruppen und Personen der Zivilgesellschaft sowie aus der Universität heraus stark kritisiert. Gegenstände der Kritik waren das u.a. im Ankündigungstext formulierte, problematische (Un-)Verständnis für die Praxis des modernen Antisemitismus und der explizit „positiv[e]“ Bezug Prof. Meyens „auf den Volkswirtschaftler Albert Schäffle, der mit seinem Buch ‚Bau und Leben des sozialen Körpers‘ (1896), den modernen Antisemitismus mitgeprägt hat“, so der BR.(4)

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Insgesamt bezweifeln wir, dass durch die Veranstaltung Geist und Buchstabe der eindeutigen und begrüßenswerten Positionierung der Organe der Studierendenschaft respektiert werden. Herr Prof. Meyen und Herr Schamberger sind aus genannten Gründen kaum die geeigneten Personen um ausgewogen über das eigentliche, interessante und wichtige Thema in den Räumen der Universität Hamburg aufzuklären.

(1): Antrag „Gegen jeden Antisemitismus“ <https://www.stupa.uni-hamburg.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Vorlagen/Legislatur_2017-2018/V1718-054_Antrag_Antisem_Stupa.pdf>.
(2): <https://www.facebook.com/events/751627798539060>
(3): Siehe Screenshots (Quelle: <https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10209735252963462&set=a.3524381833638&type=3&theater&ifg=1>), sowie <https://www.facebook.com/kerem.schamberger/posts/10212774151654030>; zu „BDS South Africa“: Holocaust Relativierung <https://www.facebook.com/bdssouthafrica/posts/2067651536632319> & Verherrlichung terroristischer Gewalt <https://www.facebook.com/bdssouthafrica/photos/a.234676593263165/2245908982139906/?type=3&theater>; zur dort gefeierten Terrororganisation PFLP im erwähnten Jahr 2014: „in November 2014 two members of the group armed with axes storm a synagogue complex in West Jerusalem and kill four rabbis in the middle of their morning prayers.“ <https://www.bbc.com/news/world-middle-east-30099510>. — Quellen „Zweimal Latuff“: <https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10212066596965605&set=a.10210608544475204&type=3&theater&ifg=1>; <http://www.palestinechronicle.com/a-truth-most-jews-dont-want-to-know-about-anti-semitism/>
(4): Siehe Screenshots (Quellen: <https://www.einewelthaus.de/events/israel-palaestina-und-die-grenzen-des-sagbaren/>; <https://kenfm.de/michael-meyen/>; und folgender) sowie: <https://www.br.de/nachrichten/bayern/bds-der-streit-ueber-den-umgang-mit-israel-verschaerft-sich,R9HPVhs>