(Online/DA) Vortrag 28.9: „Antisemitismus & Antifeminismus in der Gegenwart“

Wir freuen uns sehr im Rahmen der interessanten digitalen Veranstaltungsreihe „Facetten des Antifeminismus“ beim AStA der TU Darmstadt zu Gast zu sein. Unsere Vereinskolleg*innen Janne Misiewicz und Florian Hessel sprechen am Dienstag, 28. September 2021 ab 19 Uhr zu „Antifeminismus und Antisemitismus in der Gegenwart. Zu Verschränkung, kultureller Codierung, politischem Potenzial“. Eine Anmeldung per Email ist erforderlich.

Dienstag, 28. September 2021 – 19:00

Ort:  Online: Anmeldung an feminismus(a)asta.tu-darmstadt.de

Antifeminismus und Antisemitismus in der Gegenwart. Zu Verschränkung, kultureller Codierung, politischem Potenzial

Vortrag und Diskussion mit Janne Misiewicz und Florian Hessel

Seit etwa 15 Jahren lässt sich in Deutschland verstärkt ein organisierter Antifeminismus beobachten, der auf parteipolitischer Ebene zentral durch die AfD repräsentiert wird. Das Spektrum und der publizistische Einfluss des organisierten Antifeminismus reichen allerdings darüber hinaus – von extrem rechten Milieus bis weit in bürgerliche Lager und „die Mitte“ hinein. Antifeminismus zählt zu den allzu lange wenig thematisierten antimodernistischen Ressentiments. Dabei ist Antifeminismus so alt wie die moderne kapitalistische Gesellschaft und kann auch in Verbindung mit anderen Formen von Ablehnung, Hass und Gewalt auftreten. Antifeminismus kommt eine wichtige ideologische wie organisatorische Integrations- und Scharnierfunktion zu. Innerhalb dieser Konstellation spielt auch Antisemitismus eine Rolle. Nach einer Einführung in das gesellschaftsgeschichtliche und konzeptionelle Verhältnis von Antifeminismus und Antisemitismus wird im Vortrag skizziert, wie Antifeminismus am Beginn des 21. Jahrhunderts kulturell codiert ist und wie kommunikativ eine Verschränkung mit antisemitischen Deutungsmustern ermöglicht wird. Davon ausgehend wird abschließend ein Blick auf die aktuellen Potenziale entsprechender antiemanzipatorischer, demokratiefeindlicher Allianzen vor dem Hintergrund von Krisenerfahrungen, Covid-19-Pandemie und Bundestagswahlkampf geworfen und auf die darin angelegte ‚Rehabilitierung‘ und Legitimierung frauen*feindlicher wie auch antisemitischer Gewaltpraxis in Wort und Tat.

Zu den Referent:innen: Janne Misiewicz (Hamburg) ist Sozialwissenschaftlerin und Mitarbeiterin der Zentralen Bibliothek Frauenforschung, Gender & Queer Studies der Universität Hamburg. Sie ist als freie Referentin in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig und engagiert sich bei Bagrut e.V. Verein zur Förderung demokratischen Bewusstseins http://www.bagrut.de sowie in feministischen Zusammenhängen.
Florian Hessel (Hamburg) ist Sozialwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Sozialpsychologie und Sozialtheorie der Ruhr-Universität Bochum sowie des Zentrums Gender & Diversity Hamburg. Er ist als freier Referent und wissenschaftlicher Berater in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig und engagiert sich bei Bagrut e.V.

Gemeinsame Veröffentlichung zum Thema: Antifeminismus und Antisemitismus in der Gegenwart – eine Fallanalyse zu Verschränkung und kultureller Codierung. In Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hrsg.), Wissen schafft Demokratie, Bd.8. Schwerpunkt: Antisemitismus (S. 168–179). Berlin 2020. Online: https://www.idz-jena.de/wsddet/wsd8-15